Namibia

24.03.201 bis 28.03.2021

Wir haben uns entschieden. Weiterhin ein Auf und Ab in Europa mit COVID-19 oder ab in die „Einsamkeit“. Wir haben uns für das zweite entschieden, mieten einen Camper in Namibia und fliegen am 23. März 2021 ab. Was es braucht ist ein negativer Corona-Test, der nicht älter sein darf als 72 Stunden und, das wussten wir noch nicht, Nerven. 

Da das Testcenter am Sonntag zu ist, mussten wir den Test am Montag 22. März 2021 machen. Damit dieser am Dienstag verfügbar ist, mit Express-Zuschlag und Mehrkosten für in Englisch. Macht Total Fr. 460.00.!!!!! Wenn man hustet oder Kopfschmerzen hat, ist er gratis.

Jedenfalls bekamen wir die Bestätigungen erst nach Reklamation bei Misanto, dem Prüflabor und der Kantonalen-Gesundheitsdirektion, die sich dann auch dafür einsetzte, dass wir das Testresultat noch rechtzeitig erhielten. Wenn wundert es noch, dass wir Corona nicht können!

Wir fliegen zuerst nach Frankfurt und von hier direkt nach Windhoek. Guter Flug mit der Eurowings in der Premium-Eco-Klasse mit viel Beinfreiheit und gutem COVID-19-Konzept.


In Windhoek werden wir von Heidi und Werni abgeholt und zur Autovermietung gebracht. Hier können wir unser Camper für die kommenden Wochen entgegen nehmen. Kein Sprinter aber soweit ok.

Nach dem Einkauf geht es auf das Urban Camp, wo wir bis am Freitag bleiben, Zeit für die Reiseplanung und weitere Einkäufe.

Heute geht es Richtung Swakopmund, grösstenteils auf Schotterstrassen und per Off-Road bis zur Blutkoppe, wo wir frei übernachten.

Morgens wandern wir noch auf die Koppe, bevor es weitergeht.

Das nächste Ziel sind die einmaligen Pflanzen Welwitschia Mirabilis, welche ein Alter von bis zu 1500 Jahren aufweisen. Leider sehen wir sie nicht in Blüte.

Von hier geht es in die Moon Landscape und dann weiter nach Swakopmund auf den Camping „Alte Brücke“. Super Infrastruktur.

Sonntags machen wir die Sandwich Harbour Tour mit Bruno.

Die Tour führt zwischen Meer und Dünen nach Süden in den Namib Naukluft Park und über die Dünen zurück. Inbegriffen ist ein feines Mittagessen und eine kleine Wanderung.

Das Fahren in den Dünen gleicht einer Achterbahnfahrt und braucht gute Fahrkünste, ein super Erlebnis.

Naturkundeuntericht darf auch nicht fehlen.

29.03.2021 bis 04.04.2021

Wir fahren weiter Richtung Süden über Walvis Bay zum Kuiseb Canyon

und über den Kuiseb Pass zum Sossus on foot Camp. 

Hier können wir am nächsten Tag eine kleine Wanderung machen und Tiere beobachten, bevor wir nach Solitare fahren, um den weltbesten Apfelkuchen zu kaufen. Er ist wirklich sehr gut. 

Im Gecko Camp haben wir eine wunderbare Rundsicht, aber auch einige Gewitter.

Heute geht es über den Spreetshoogte Pass.

Allerdings nur bis zum Namibgrens Camp. Das Camp ist über Ostern praktisch ausgebucht und der Betreiber Kalf, empfiehlt uns noch vor Ostern zu den Dünen im Sossuvlei zu fahren, da es doch einige Touristen geben könnte, weil es sehr selten ist, dass es dort Wasser hat.

Also ab nach Sesriem auf‘s Camp und am nächsten Morgen um fünf auf.

Wir waren ja vor vier Jahren schon mal da, aber die Dünen mit dem Wasser und überall Grün ist schon speziell. Das Thermometer klettert bald einmal über 30 Grad, so dass wir noch vor dem Mittag zurück auf dem Camp sind und den Nachmittag mit Chillen verbringen.

Touristen hat es praktisch keine, etwa 10 Autos auf all den Parkplätzen im Sossusvlei.

Nun geht es zurück auf das Namibgrens Camp über kleinere Pässe und eine recht grüne Landschaft. Die Schotterstrassen sind in einem passablen Zustand, trotzdem werden die Fahrzeuge extrem gefordert.

Kalf hätte gerne von uns etwas Schweizer Schokolade und Emmentaler. Die Schokolade können wir ihm bieten. Vom Käse leider nur die Löcher, da Gewichtslos. Es gab für uns drei Gründe zurück zu kommen. Das von Kalf selbst gebackene Brot, der selbst gebrannte Gin und die Möglichkeit eine schöne Wanderung zu machen.

Diese Möglichkeit ergreifen wir am Samstag und begeben uns auf eine fünfstündige wunderschöne Wanderung. Etwas warm bei über 30 Grad aber umso mehr einen Grund danach dem Gin zu frönen.

Kalf würde uns gerne noch etwas bei sich behalten und so wird unsere Abreise recht hinausgezögert. Nach elf geht es endlich weiter bis zum Elegant Desert Camp. Unterwegs machen wir einen Abstecher zur Neuras Winery. Leider wird der Wein viel zu warm serviert und das Personal scheint auch nicht gerade motiviert zu sein.

05.04.2021 bis 11.04.2021

Unser Ziel heute sind die Tirasberge und das schöne Camp Namtib. Die 250 km auf Schotterstrassen unterbrechen wir mit einem Zwischenhalt in Betta zum Tanken und um etwas zu trinken.


Im Camp sind wir alleine, was Covid geschuldet ist. Es ist, das mag etwas befremdlich wirken, ein Privileg, in dieser Zeit Reisen zu dürfen.

Heute fahren wir bis Aus. Morgen wollen wir dann nach Lüderitz. Übernachten tun wir im Klein Aus Vista Camp, Nachtessen in der Lodge. In der Lodge treffen wir ein Schweizer Paar, das ebenfalls mit einem Mietwagen unterwegs ist und zu Hause einen Sprinter stehen hat. Drei Paare, drei Sprinter Camper, da gibt es genügend Gesprächsstoff.


Lüderitz haben wir vor vier Jahren schon besucht. Die Hauptattraktion ist die Geisterstadt Kolmanskuppe. Heidi und Werni werden sie im späteren Nachmittag ohne uns besuchen, da wir sie schon gesehen haben. Vorher machen wir wieder einmal grossen Einkauf, schlendern etwas durch Lüderitz und essen beim Portugieser Austern und Meerestiere. Sowohl hier, wie Abends im Camp treffen wir wieder auf Schweizer. 

Die Reise führt uns nun über Rosh Pinah, an und entlang dem Oranje Fluss, gleichzeitig Grenze zu Südafrika, bis zum Amanzi River Camp.

Selbstverständlich steht auch hier ein Auto mit Schweizer Kennzeichen. Ein reisefreudiges Volk.

Nach einem Ruhetag am Oranje River fahren wir zum Fish River Canyon. Zuerst kehren wir aber noch im Canyon Roadhouse ein.

Übernachten tun wir im Hobas Camp, das Nachtessen nehmen wir bei Sonnenuntergang am Canyon ein. Wunderbare Stimmung.


Bevor es am Sonntag weiter geht, schauen wir uns noch den Sonnenaufgang am Canyon an.

Morgenessen tun wir im Roadhouse und benutzen das gute Internet um die Blogs auf Vordermann zu bringen. Vor Keetmanshoop liegt die Naute Kristall Distillery. Gin, Rum und allerlei andere Schnäpse können degustiert und natürlich gekauft werden. Die Nacht verbringen wir im Mesosaurus Fossil Camp. Sehr einfach, aber wunderschön und ruhig gelegen, inmitten von Köcherbäumen.

12.04.2021 bis 18.04.2021

Um neun treffen wir uns mit Giel „Fossil“, dem Besitzer des Camps. Er macht mit uns eine Führung durch die Steinskulpturen und Köcherbäume. Zudem gibt er einige Ausführungen zu den gefundenen Versteinerungen ab. 

Unser Ziel ist nun wieder Windhoek, wobei wir es langsam angehen. So fahren wir über Koës, wo wir einkehren, bis kurz vor Gochas.

Kalahari unter Wasser

Hier befindet sich das Red Dunes Camp. Sehr schön gelegen mit Blick über die Kalahari. Wir sind einmal mehr alleine und können aus der Ferne verschiedenen Wildtiere beobachten.

Die nächste Etappe führt uns zur Bagatelle Lodge respektive das dazugehörige Camp, zwischen Stampriet und Mariental gelegen. Bis dahin fahren wir lange Zeit durch ein ausgesprochen grünes und fruchtbares Tal, bevor wir Stampriet erreichen. In der Lodge können wir uns wieder einmal updaten, was Mails und WhatsApps anbelangt. Das Camp tönt vielversprechend, hält aber nicht ganz was es verspricht, insbesondre wenn man den Preis mit anderen Camps vergleicht.

Heute steht die letzte Etappe an. Um zu tanken müssen wir nochmals zurück nach Stampriet, bevor es auf direktem Weg über Uhlenhorst, Dordabis nach Windhoek geht. Hier peilen wir zuerst Asco Car Hire an. Haben einige Beanstandungen am Auto, die erledigt werden müssen. Machen Termin für morgen ab. Danach aufs Urban Camp. Das Camp ist nicht nur gut gelegen, es bietet einfach alles, auch ein gutes Restaurant.

Nach dem Morgenessen starten Werni und ich eine Einkaufstour für Outdoor-Sachen und lassen wie vereinbart, bei Asco das Auto auf Vordermann bringen. Die Leute bei Asco sind sehr zuvorkommend und hilfsbereit. Nachmittags sind wir für den Covid-Test angemeldet, den wir für Botswana brauchen. Natürlich dauert alles etwas länger, aber es war bei uns in der Schweiz ja auch nicht besser. Den Abend verbringen wir in Joe‘s Beerhouse, zusammen mit Franziska und Denis, die wir in Klein Aus Vista kenne gelernt haben.

Wir warten gespannt auf den Covid-Test, obwohl wir uns ja sicher sind, dass er negativ sein wird. Ansonsten gilt es heute noch einiges einzukaufen, Geld zu wechseln usw. Der Sprinter bekommt noch neue Stossdämpfer und die Frontscheibe muss geflickt werden. Abends gibts nochmals ein Schweizertreffen und die Testresultate sind auch da.

Wir sind bereit für die Fahrt nach Gobabis, aber ………, der Toyota Hilux lässt sich nicht starten. Also Starterkabel hervorholen und mit Hilfe des Sprinters starten. Dabei verletze ich mich beim Aufschneiden der Kabelbinder, die das Kabel zusammen halten, mit dem Messer relativ grob an der Hand und muss ins Spital nähen gehen. Heidi und Werni begleiten mich.


In der Zwischenzeit organisiert Bea bei Asco eine neue Starterbatterie. Dabei stellt Asco fest, dass wir gar kein Werkzeug an Bord haben. Das wird also auch noch ergänzt.

Irgendwann wird das Auto wohl komplett sein?

Mittags geht es endlich los, auf asphaltierter Strasse bis Gobabis aufs Goba Camp. Empfangen werden wir von Isabelle, einer jungen, sehr hübschen, super freundlichen und zuvorkommenden schwarzen Dame, die uns auch ein feines Essen serviert und, nachdem Heidi die etwas schlechten, sanitären Einrichtungen beanstandet, ein Lodge-Zimmer zum Gebrauch überlässt. Einfach nur Spitze.

Bis Buitepos, zum Grenzübergang Namibia zu Botswana ist es nicht mehr weit. An der Grenze  geht es recht zügig, Covid-Test haben wir ja und die Roadtax hält sich im Rahmen. Bei Ghanzi suchen wir uns zum Übernachten das Palm Afrique Camp aus. Vorher noch einkaufen und Geld wechseln. Auf dem Camp treffen wir Frederik und Katharina an, die wir schon in Windhoek gesehen und die Heidi und Werni auf ihrer Reise auch schon öfters getroffen haben.

Fortsetzung siehe Botswana.

Zurück in Namibia

17.05.2021 bis 23.05.2021

Nach einem Ruhetag im Shametu fahren wir weiter zur River Dance Lodge. Wir waren hier schon einmal vor vier Jahren. In der Zwischenzeit wurde die Lodge von Chris, einem Schweizer übernommen. Er hat schon recht viel investiert. Bei einem Drink erzählt er uns darüber. Danach geht es weiter auf Nebenstrassen, an unzähligen Dörfern vorbei, zum Mukuku Camp. Ca. 50 km vor Rundu. Sehr schön und mit viel Liebe angelegt. Einmal mehr sind wir alleine auf dem Camp und so sitzen wir Abends noch mit dem Besitzerpaar draussen und reden bei einem Drink über Gott und die Welt.

Nach gestrigem Telefonat mit Tamara vom Otavi Weingut (Gilmar und Tamara) fahren wir heute die knapp 400 km bis zum Weingut und mieten ein Cottage, da es in der Nacht doch schon recht kühl wird. Haben noch Zeit, Allerlei zu machen, bevor wir bei den Schwiegereltern von Tamara eine Weindegu und ein sehr feines Nachtessen geniessen dürfen. Mit am Tisch sind noch zwei junge Israelinnen und ein namibisches Paar. So haben wir auch genügend Gesprächsstoff.

Auch das Gespräch mit dem Vater von Gilmar, noch praktizierender Arzt und auch Weinmaker ist sehr interessant. Dabei stellt sich heraus, dass Ansie, die Frau von Hannes vom Mukuku Camp seine Schwester ist und die Besitzer von der Shametu Lodge und Camp die früheren Besitzer des Landes, auf dem jetzt der Wein angebaut wird. Wir haben uns also in den letzten Tagen praktisch in derselben Familie bewegt, ohne es zu wissen.

Langsam aber sicher geht es zurück in Richtung Windhoek. So fahren wir über Otavi und Otjivarongo bis zur Otjiva Lodge, wo wir für drei Nächte absteigen.

Die Nächte werden definitiv kühler, so dass wir gerne ein Zimmer nehmen und in der Lodge essen. Leider sehen wir, auf unserem wohl letzten Game Drive, keines der vierzehn Nashörner, die es im Park haben soll.

Dafür können wir am nächsten Tag eine kleine Wanderung durch den Park machen. Übrigens sind wir einmal mehr praktisch die einzigen Gäste.

Wir fahren die letzten etwas mehr als 200 km zurück nach Windhoek, holen unsere Koffer bei Asco und richten uns einmal mehr im Urban Camp ein. Hier treffen wir nochmals auf die beiden Israelinnen, die wir im Otavi Weingut kennen gelernt haben. Sie fliegen noch heute nach Südafrika. Abends essen wir im Restaurant, unsere Vorräte sind aufgebraucht.

24.05.2021 bis 26.05.2021

Noch sind unsere neun Wochen Afrika nicht vorbei, aber Covid zwingt uns schon früher in Windhoek zu sein, um den Covid Test zu machen. Die Schweiz will immer noch einen PCR Test, im Gegensatz zu anderen Länder, wie Deutschland. Aber wir wollen uns nicht beklagen, dank Covid konnten wir fast touristenfrei reisen. 

Letzter Abend mit dem Camper.

Nach einer weiteren Nacht im Urban Camp, das Testresultat erhalten wir schon am Abend, wie erwartet negativ, gilt es am letzten Tag die Koffer zu packen und das Auto abzugeben. Übernachten tun wir im Hotel the Windhoek Luxury Suites. Gleich nebenan gibts ein gutes Restaurant, the Stellenbosch. Einziger Wermutstropfen, es ist heute African Day, also Feiertag und somit gibt es kein Alkohol, respektive Wein zum Abschluss.

Pünktlich um sechs Uhr am Morgen werden wir im Hotel abgeholt und zum Flughafen gebracht. Der Abflug nach Frankfurt erfolgt planmässig und wir erleben einen ruhigen, angenehmen Flug nach Deutschland. Mit der Landung kurz vor zehn Uhr in Kloten geht für uns einmal mehr eine wunderbare, abenteuerliche und erlebnisreiche Reise zu Ende.

Schön durften wir dies alles zusammen mit unseren Freunden Heidi und Werni erleben. Rückblickend haben wir es Covid zu verdanken, dass es so wenig Touristen unterwegs gehabt hat und daher gibt es auch keinen Anlass, sich über das viermalige Testen zu beklagen. Bis auf die Rückreise nach Europa, respektive in die Schweiz, wo sich niemand für den Test interessiert hat, wurden die Teste in Afrika jeweils ausserordentlich genau kontrolliert!